Fremdgenese – Die romantische Zweierbeziehung

Beleuchtung einer trotzigen linken Praxis

Die romantische Zweierbeziehung (RZB), wie wir sie nennen. Womit du und ich schon anzeigen, dass es sie zu kritisieren gilt. Das weiß man schon, bevor man wissen kann, wie diese Kritik aussehen wird. Denn so nennt sie sich nicht selbst. Wir gehen also erst einmal auf Abstand. Blick von außen. Der Skandal ist zweifach. Zwei, nur zwei dürfen mit machen. Und was das für zwei sein müssen ist auch klar, es sind ein Mann und eine Frau. Denn wir alle wissen, woher das kommt. Man weiß auch schon, wie das ausgehen wird: reaktionäre, systemtragende Scheiße, affektive Teilnahme…
Seien wir ehrlich, hast Du Dir gedacht, und ich auch. Ehrlich mit uns. Geben wir zunächst einmal zu, dass wir beide in einer leben, irgendwie. Es gibt da also schon etwas zuzugeben. Es gibt da eine gewisse PCness in der ‚Linken’. Nicht so viel Rumgeturtel und Knutschen vor den Freundinnen. Also wieder der Verweis auf das Private. Und so kommt es, dass die jungen coolen sich wundern, dass die Intellektuellen so spießig sind. Wenn schon RZB, dann doch bitte heimlich und verschämt. Denn dass die RZB verdammt ausschließend ist und wer keine hat, das täglich zu spüren bekommt, das ist Konsens, oder?
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