Herbert Marcuse – Zur Situation der Neuen Linken

Ich kann nichts dafür, wie mich die New York Times nennt. Ich habe mich nie als den „ideologischen Führer der Neuen Linken“ bezeichnet, und ich glaube auch nicht, dass die Linke einen ideologischen Führer braucht. Eines braucht sie bestimmt nicht, nämlich eine neue Vaterfigur, einen neuen Daddy. Und ich will ganz bestimmt keiner sein.
Ich wiederhole, was Carl [Oglesby] gerade gesagt hat: Wir können nicht warten und wir werden nicht warten. Ich selbst kann ganz bestimmt nicht warten. Nicht nur wegen meines Alters. Ich glaube nicht, dass wir abwarten müssen. Ich habe gar keine andere Wahl, weil ich es buchstäblich nicht aushalten könnte, wenn sich nichts ändert. Auch ich ersticke daran.
Ich möchte heute ein – so weit mir das möglich ist – realistisches Bild von der Situation der Linken vermitteln. Das verlangt einige theoretische Reflexionen, für die ich mich eigentlich nicht entschuldigen möchte, denn wenn die Linke gegen theoretische Betrachtungen allergisch wird, dann stimmt mit der Linken irgend etwas nicht.
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[ Mit einem Vorwort von La Banda Vaga und einer Biographie Marcuses. Credits sowohl für das Onlinestellen als auch das Setzen als Druckvorlage gehen an La Banda Vaga. ]