Hans-Christian Psaar – Street Art zwischen Rekuperation und subversivem Potential

Gleich zu Beginn die Frage nach der Definition: Was ist Street Art? Sind klassische Schmierereien auf Wahlplakaten Street Art? Oder die farbenfrohe antizionistische Staatskunst, die an Teheraner Häuserwänden zu bestaunen ist? Statt diese Fragen zu beantworten, möchte ich folgende Eingrenzungen vorschlagen, mit Hilfe derer ich Street Art behandeln werde. Street Art basiert auf der kapitalistischen Vergesellschaftung. Sie ist Popkultur und damit Teil der Kulturindustrie und leitet sich nicht aus Traditionen und Gebräuchen ab. Sie legt durch die Verwendung der Kollage den formbaren, synthetischen Charakter von Kunst dar. Sie ist eine urbane Kunst und der Stadtraum ist ihr Betätigungsfeld. Sie bedient sich verschiedener Mittel und Techniken der visuell gestaltenden Kunst wie Sprühschablonen, Aufklebern, Kleister. Sie entstammt einer Subkultur und nicht dem etablierten Kunstbetrieb.
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